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Sonntag, 1. Februar 2009

Gasstreit: Das Geständnis der Ukraine

Nach einen aktuellen Bericht auf RIA Novosti, gesteht die Ukraine, aufgrund von Falschinformationen gehandelt zu haben.

Ich halte dies zwar für eine schlecht Ausrede, um die wahren Hintergrunde ihrer Handlungen zu vertuschen, aber trotzdem sollten diese Informationen nicht zuruckgehalten werden.

MOSKAU, 29. Januar (RIA Novosti). Der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko hat die Verhandlungen mit dem Konzern Gazprom Ende vergangenen Jahres infolge falscher Informationen zum Scheitern gebracht und somit zur Gaskrise im Januar maßgebend beigetragen.

Wie die Tageszeitung "Wedomosti" am Donnerstag unter Berufung auf Igor Bakai, Berater der ukrainischen Seite bei den Gas-Verhandlungen, schreibt, standen Gazprom und das ukrainische Unternehmen Naftogas bei ihren Verhandlungen im Dezember bereits kurz vor einer Einigung: Gazprom war zu einer Stundung der 2,4-Milliarden-Dollar-Verschuldung und zu einem Gastarif von 235 Dollar pro 1 000 Kubikmeter für die Ukraine bereit, als Präsident Juschtschenko in einer Pressekonferenz unerwartet erklärte, die Ukraine werde die Verschuldung in vollem Umfang zurückzahlen und sich von 2009 an auf die europäischen Gastarife umstellen.

"Juschtschenko war der Ansicht, dass der Tarif für die Ukraine unter 200 Dollar liegen sollte, weil ihm gesagt wurde, dass der Gazprom-Tarif für Europa 250 Dollar beträgt", so Bakai. In Wirklichkeit lag der Gazprom-Tarif für die EU bei 400 bis 450 Dollar pro 1 000 Kubikmeter. "Außerdem dachte Juschtschenko, dass die Ukraine genug Zeit zum Feilschen hat, weil sie genügend Gasreserven in den Untergrundspeichern hat."

Zuvor hatte Gazprom darauf verwiesen, dass die ukrainische Seite den ermäßigten Tarif von 250 Dollar pro 1 000 Kubikmeter abgelehnt habe.

Gemäß den neuesten Vereinbarungen wird Naftogas bis 2019 Gas direkt bei Gazprom zu einem Basistarif von 450 Dollar pro 1 000 Kubikmeter kaufen. Der Tarif wird jedes Vierteljahr entsprechend der Preisdynamik bei Heizöl und Dieseltreibstoff in den zurückliegenden neun Monaten korrigiert. Außerdem gilt für dieses Jahr für die Lieferungen an die Ukraine ein Rabatt von 20 Prozent.

Der Tarif für den Gastransit durch die Ukraine wird in diesem Jahr bei 1,7 Dollar pro 1 000 Kubikmeter auf 100 Kilometern liegen. Ab 2010 gilt der Basissatz von 2,04 Dollar, der entsprechend der Inflationsrate in der EU korrigiert wird.

Da fragt man sich mal wieder, warum in unseren Medien diesbezüglich nichts zu hören oder zu sehen ist!?

Samstag, 24. Januar 2009

Gasstreit: Die Ukraine kann es nicht lassen

Immer wieder gibt es neue Infos bezüglich des Gasstreits zwischen Russland und der Ukraine, welcher eigentlich beendet sein sollte...

KIEW, 22. Januar (RIA Novosti). In der Ukraine dauert der Machtkampf zwischen Präsident Viktor Juschtschenko und Premierministerin Julia Timoschenko weiter an.

Am Donnerstag schlug der Vizechef des Präsidentenamtes, Andrej Kislinski, vor, die von Timoschenko abgeschlossenen Gasverträge mit Russland, mit denen diese Woche der Gaskonflikt beendet wurde, von den Justiz- und Sicherheitsbehörden überprüfen zu lassen.

Die Generalstaatsanwalt und der Sicherheitsdienst sollen die Umstände untersuchen, unter denen Timoschenko die Vereinbarungen mit Russland getroffen habe, forderte Kislinski. Dies sei notwendig, "um eine wirtschaftliche und politische Destabilisierung in der Ukraine nicht zuzulassen", zitiert ihn das Presseamt des Präsidenten.

"Timoschenko hat die Grenze überschritten, die die Suche nach Unterstützung im benachbarten Land vom totalen Verrat an den nationalen Interessen trennt", so Kislinski weiter. "Deshalb versucht die Regierungschefin krampfhaft die Öffentlichkeit vom Inhalt der Verhandlungen in Moskau und der abgeschlossenen Verträge abzulenken." Laut Kislinski hat Timoschenko in Moskau neben den Gasvereinbarungen geheime Protokolle signiert, die sie nie offenlegen werde.

Der schwelende Machtkampf zwischen den einstigen politischen Weggefährten der orange Revolution, Juschtschenko und Timoschenko, lähmt seit Jahren das Land. Während sich Timoschenko, die den neuen Gasvertrag mit Russland abschloss, als Siegerin im Gaskonflikt sieht, spricht Juschtschenko von einer Niederlage für die Ukraine.

Donnerstag, 22. Januar 2009

Gasstreit: Ist der Ukrainische Zwischenhändler RosUkrEnergo Schuld?

Nach dem die Transitleitungen wieder in Betrieb genommen wurden und sich die Gemühter langsam beruhigen hat Russland immer noch mit denn öffentlichen Anprangerungen durch die Westmedien zu kämpfen.

Wie bereits von mir Berichtet waren diese Beschuldigungen, in meinen Augen, reine Propaganda um Russland in den Schmutzt zu ziehen und als „Buhmann“ darzustellen. Alte Gewohnheiten lassen sich halt nur schlecht ablegen…

Um diese These zu stärken, werde ich auch weiterhin Informationen zu diesen Thema sammeln und bei Freigeist – global zur Verfügung stellen, da die Westmedien hierzu nicht fähig oder gewollt sind.

KIEW, 21. Januar (RIA Novosti). Die Verhandlungen über die Gaslieferungen an die Ukraine sind Ende vergangenen Jahres vom Zwischenhändler RosUkrEnergo torpediert worden.
Das teilte die ukrainische Regierungschefin Julia Timoschenko am Mittwoch in einer Regierungssitzung mit.
Wie Timoschenko ohne Nahmen zu nennen betonte, hatte der Zwischenhändler dabei politische Unterstützung hinter seinem Rücken.
"Die Verhandlungen wurden durch die Korruption in der Ukraine auf hoher politischer Ebene torpediert", sagte Timoschenko.
Sie äußerte ihre Verwunderung über die Kritik an der neuesten Gas-Abmachung mit den russischen Partnern. Sie stellte fest, dass Kiew russisches Gas zum günstigsten Preis, abgesehen von Weißrussland, beziehen werde. Der neue russisch-ukrainische Gasliefervertrag sieht die Ausschaltung des Zwischenhändlers vor.
Die Regierungschefin führte diese Kritik auf den Verzicht auf den Zwischenhändler zurück. "Ich weiß gut, wer in diesen Korruptionsschemen drin war", sagte sie. "Gerade sie äußern heute ihre Unzufriedenheit mit den angeblich ‚schlechten' Bedingungen für die Ukraine. In der Tat: Wo sollen sie jetzt ihr Schmiergeld bekommen, für das Firtasch politische Kräfte in der Ukraine finanzieren wird?"
Die beiden ukrainischen Unternehmer Dmitri Firtasch und Iwan Furssin besaßen insgesamt 50 Prozent an der in der Schweiz eingetragenen Gesellschaft RosUkrEnergo. Die andere Hälfte gehörte dem russischen Konzern Gazprom. Das Unternehmen war im Juli 2004 für Lieferungen von turkmenischem Gas an die Ukraine bis zum Jahr 2028 gegründet worden.


MOSKAU, 21. Januar (RIA Novosti). Nach einer knapp zweiwöchigen Unterbrechung strömt wieder russisches Gas nach Europa, wie russische Zeitungen am Mittwoch schreiben.

Doch hat es Europa nicht gefallen, im Streit zwischen Russland und der Ukraine die Geisel zu sein, und es will daraus seine Schlüsse ziehen. Überraschenderweise haben jedoch die Konfliktparteien selbst einen Schuldigen gefunden und den Zwischenhändler Rosukrenergo dazu gestempelt.

Bereits in der Nacht zum Dienstag erklärte Gazprom-Chef Alexej Miller, dass Rosukrenergo die Verhandlungen mit Naftogas mehrmals hat scheitern lassen.

Rosukrenergo liefert seit 2006 Gas an die Ukraine. Zu 50 Prozent gehört sie Gazprom, zu 45 Prozent dem ukrainischen Unternehmer Dmitri Firtasch und zu 5 Prozent seinem Partner Iwan Fursin.

Millers Erklärung sei zumindest sonderbar, so Michail Kortschemkin, Direktor von East European Gas Analysis: Rosukrenergo habe im Grunde zwei Generaldirektoren, einer von ihnen sei Gazprom-Chefjurist Nikolai Dubik. Unter den acht Mitgliedern des Koordinationsrats sind vier Manager des russischen Gasriesen vertreten.

Gestern Abend unterstützte der Block von Julia Timoschenko den Gazprom-Chef: "Die ganze Verantwortung für das Scheitern der Gasverhandlungen im Dezember trifft Rosukrenergo und die sie begönnernden Partner im Sekretariat des Präsidenten und in der Partei der Regionen", heißt es in einer Mitteilung des Blocks.

Somit wurde Dmitri Firtaschs Schicksal besiegelt. Laut Quellen der russischen Zeitung "Kommersant" bei Gazprom und Rosukrenergo darf der Unternehmer ab sofort nur noch Gas nach Europa verkaufen, über das der Zwischenhändler in den unterirdischen Speichern der Ukraine (ca. 11 Milliarden Kubikmeter) verfügt.

Ausgehend vom Gaspreis im Jahresdurchschnitt für Europa von 280 Dollar je 1000 Kubikmeter, den gestern der stellvertretende Vorstandsvorsitzende von Gazprom, Alexander Medwedew, bekannt gab, kann Rosukrenergo weitere knapp drei Milliarden Dollar einnehmen. Doch der Händler muss erst die Schulden (Höhe nicht angegeben) gegenüber der Gazprombank und Gazprom begleichen. Der russische Gasmonopolist wird außerdem die Hälfte des Gewinns bekommen, den Rosukrenergo im Ergebnis erwirtschaften wird.

Die laufende Situation zeigte, dass Premier Wladimir Putin in Russland nach wie vor an der Spitze steht. Julia Timoschenko wolle in der Ukraine die gleiche Rolle spielen, so Wadim Karassjow, Direktor des Ukrainischen Instituts für globale Strategien.

Quellen: "Kommersant", "Wedomosti", "RBC Daily" vom 21.01.09, "Gazeta.Ru" vom 20.01.09.

Freitag, 9. Januar 2009

Gaspoker oder wie Russland sich rechtfertigen muss.

Nachdem die zwei Parteien, Gazprom-Chef Alexej Miller (Russland) und Naftogaz-Chef Oleg Dubina (Ukraine) auf EU Ebene sich an einen Tisch setzen mussten, scheint eine Lösung des Konflikts gefunden worden zu sein.

Auch wenn es noch ein paar Unstimmigkeiten bezüglich der Details gibt, wird das Transitgas wieder „fließen“.

Der Weg für die Entsendung europäischer Beobachter an ukrainische Gas-Transitstationen ist bestätigt und somit wird dem Gasdiebstahl der Ukraine erst einmal der Riegel vorgeschoben.

Doch nachdem die Medien, Russland für den Stopp der Lieferungen verantwortlich machte, scheint es hier noch klärungsbedarf zu geben. Da die öffentlichen Medien dies leider nicht für nötig halten, werde ich noch mal ein paar Fakten zusammenfassen.

42 Prozent des EU genutzten Erdgases wird von Russland geliefert und ca. 80 Prozent kommen über die Ukraine in die EU. Hierfür zahlen Europäische Abnehmer bis zu 500 $ pro 1.000 Kubikmeter Gas.

Als vergleich, nach Ablauf des Transitvertrages am 31. Dezember 2008 sollte die Ukraine einen Preis von 250$ für 1.000 Kubikmeter zahlen. Das sind immer noch 40- 50% weniger wie andere EU Staaten und das bei geringer Abnahme Menge wie z.B deutschland! Hinzu kommt, das die Ukraine eine Transitgebühr von 1,70$ pro tausend Kubikmeter je hundert Kilometer erhält (im neuen Vertrag will die Ukraine 2$ Transitgebühr).

Das Vertragsverhandlungen zu Unstimmigkeiten führen können, sollte bekannt sein und noch lange kein Grund, die Gaslieferungen zu stoppen. Also wie kam es dazu?

Voraussetzung für die neuen Vertragsverhandlungen war/ ist, das die Ukraine ihre Gasschulden zu begleichen hätte (wir sprechen hier von ca. 2.5 Millionen US Dollar) und die „abhanden“ gekommen Erdgasmengen zurückgeführt werden müssten.

Doch hier wollte die Ukraine nicht mitspielen…was Russland zum Handeln zwang.

Erst wurden die Liefermengen um 65 Mio. Kubikmeter pro Tag verringert, der Anteil, den die Ukraine momentan offiziell abnimmt. Dies stellt für die Ukraine kein Problem dar, da ihre Vorräte locker über den Winter gereicht hätten.

Zusätzlich wurde der Verdacht, das die Ukraine Gas entwendet erneut bestätigt. Da nach neusten Berechnungen in Europa rund 20 Mio. Kubikmeter Gas weniger ankammen, was dazu führte, das die Lieferungen ganz eingestellt wurden.

Die Naftogaz behauptete Prompt, Gazprom hätte die fehlende Menge gar nicht eingespeist. Dies rief natürlich die Europäischen Abnehmer auf den Plan, einschließlich der öffentlichen Medien, welche sofort Gazprom den schwarzen Peter zuschoben.

Alexander Rahr von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik war hier andere Ansicht: "Es wird befürchtet, dass gewisse Kräfte in der Ukraine – dabei ist unklar, wer dort in Wirklichkeit die Transitpipeline kontrolliert –, sie illegal anzapfen, daraus Gas für den inneren Verbrauch entnehmen werden."

Also was würden Sie tun? Wirtschaftlich gesehen hatte Gazprom keine andere Möglichkeit als den Gastransfer zu stoppen. Hätte die Ukraine kein Gas "entnommen" während die Vertragsverhandlungen liefen bzw. neue aufgenommen wurden, hätte Russland bzw. Gazprom nicht den harten Weg wählen müssen.